Digital Stories?!

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Mit Martin Kupp, Professor for Entrepreneurship and Strategy bei der ESCP Europe und Georg Kühl, Vorstand der nexum AG, haben zwei Experten für Digitalisierung eine neue Initiative ins Leben gerufen: Digital Stories. Im Gespräch erläutern Kupp und Kühl, worum es ihnen dabei geht.

Wie ist Digital Stories entstanden und was steckt dahinter?

Kühl: Martin und ich kennen uns schon seit unserer gemeinsamen Studienzeit an der Uni Köln. Seitdem haben sich unsere beruflichen Wege in konkreten Kunden- und internen Projekten mehrfach gekreuzt. Dabei haben wir festgestellt, dass wir uns bedingt durch die zunehmende Digitalisierung in vielen Bereichen übergreifend denselben Themen widmen, im Detail aber aus unterschiedlichen Perspektiven.

Kupp: Ich bin als Berater für Konzerne und Mentor für Gründer viel in Europa unterwegs. Georg vertritt genauso die strategische Sicht und bringt mit der nexum zudem viel Erfahrung in der Umsetzung digitaler Projekte mit. Das ergänzt sich einfach gut und war der Auslöser für uns, unserem Netzwerk einen passenden Rahmen zu geben, unter digital-stories.eu Einblicke über die gemeinsamen Aktivitäten zu bieten und diese mit anderen Experten weiterzuentwickeln.

Kühl: Kurz gesagt ist Digital Stories die Verbindung der wissenschaftlichen mit der unternehmerischen Perspektive, in einem Netzwerk, das unterschiedliche Aktivitäten organisiert. „Stories“ soll nicht bedeuten, dass Experten hier nur untereinander diskutieren. Vielmehr geht es darum, von individuellen Erfahrungen zu lernen – eben der Story anderer, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Was sind aktuell die wichtigsten Aspekte bei der Digitalen Transformation?

Kühl: Das Thema Digitale Transformation und seine Relevanz ist mittlerweile in den Unternehmen angekommen. Hier wird, etwa auf Konferenzen, viel über Tools und Cases gesprochen. Das hilft vielen Unternehmen jedoch nicht unbedingt weiter. Denn Unternehmensstruktur, Geschäftsmodell, Produktart und viele weitere Faktoren sind sehr unterschiedlich. Da ist es mit dem Einsatz von Standards wie Rapid Prototyping alleine nicht getan. Die größten Herausforderungen liegen vielmehr im Change Management und der Entwicklung passender Geschäftsmodelle.

Kupp: Daher finden wir es wichtig, unser Netzwerk auszubauen, in dem sich Experten frei von der Agenda einzelner Lösungsanbieter untereinander austauschen können. Zudem bietet das Netzwerk einen Zugriff auf relevante wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie die Möglichkeit, mit Startups in Kontakt zu kommen, um so die eigenen Potenziale besser einschätzen zu können und Vorgehensweisen der Digitalisierung so praxisnah wie möglich kennenzulernen.

Welche Aktivitäten plant ihr zurzeit?

Kupp: Neben Networking-Veranstaltungen werden wir Entscheidern aus unterschiedlichen Branchen die Möglichkeit geben, Case-Geber zu werden und Lösungen durch Studenten-Teams oder bei Hackathons erarbeitet zu bekommen. Genauso bieten wir Kontakte zu Startup-Gründern, die wir fallgerecht mit Unternehmen vernetzen können.

Kühl: Häufig beschäftigen sich Entscheider aus unterschiedlichen Unternehmen mit ähnlichen Fragestellungen. Wir bringen sie zusammen, so dass sie gegenseitig vom jeweiligen Wissen, aber auch dem Input der anderen profitieren können. Wir fördern auch die gemeinsame Weiterentwicklung von Technologien. Dadurch steigt die eigene Lernkurve genauso wie die Time-to-market – etwa bei der Realisierung und beim Testen von Prototypen.

Wer kann sich gemeinsam mit euch im Netzwerk engagieren?

Kupp: Prinzipiell kann das jeder, der sich mit Digitalisierung beschäftigt, vor digitalen Herausforderungen steht und neugierig ist. Wir planen jedoch nicht, Konferenzen oder Ähnliches auszurichten. Für uns ist Machen wichtiger als nur Reden. Und das geht am besten in einem überschaubaren Kreis und mit konkreten Aufgabenstellungen.

Kühl: Über Digital Stories werden wir regelmäßig Einblicke in die Themen und Projekte geben, mit denen wir uns beschäftigen. Darüber hinaus laden wir Interessierte gerne ein, mit uns in Kontakt zu treten. Gerne auch persönlich in Köln oder an einem der anderen nexum Standorte in Deutschland und der Schweiz.

Alle merken, dass sich etwas bewegt – wissen aber nicht, was. Wir horchen dem digitalen Rauschen, sinnieren und ziehen unsere Schlüsse.

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